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Pressespiegel


DER HAT DAS ZEUG ZUM GASSENHAUER

Tropisch? Nein, Tropos. Vielleicht noch ein bisschen exotisch als neuer Name auf dem deutschen Nutzfahrzeugmarkt. Aber eine Marke, die den Anspruch hat, „einen neuen Standard für Elektro-Transporter in Deutschland zu kreieren“, sagt Geschäftsführer Markus Schrick. Der erfahrene Automobilmanager und Hobbyrennfahrer hat schon einige Stationen in der deutschen Automobilbranche hinter sich und will nun mit Tropos auf dem Transportermarkt neue Standards setzen.

Die Tropos Motors Europe GmbH, so der vollständige Name des Unternehmens, ist ein Tochterunternehmen der MOSOLF Gruppe, einem der führenden europäischen Automobillogistiker und Sonderfahrzeugbauer mit Sitz in Kirchheim/Teck, rund 40 km südöstlich von Stuttgart. Auch in Sachen E-Mobilität und Fahrzeugbau hat das Unternehmen so seine Erfahrungen beispielsweise mit der Umrüstung von Polizeifahrzeugen, UPS-Transportern und Fiat 500 auf E-Antrieb.

Innovativ und nachhaltig zu sein, das hat sich auch Mosolf auf die Fahnen geschrieben und 2016 mit der Neuausrichtung des Unternehmens begonnen. E-Mobilität sollte dabei als Wachstumsmarkt eine große Rolle spielen. 2018 ging man deshalb eine Kooperation mit Tropos USA ein. Der Markenname Tropos ist übrigens ganz schlicht eine Abkürzung von Troposphäre und der deutliche Hinweis darauf, so Schrick, „dass sich Mobilität und Klimaschutz nicht ausschließen dürfen.“

Übernommen hat die Tropos Motors Europe das Prinzip der US-Mutter, Fahrzeuggestelle und CFK-Aufbauten als SKD-Bausatz aus China zu importieren. Die Weiterentwicklung, Fertigung und Qualitätsabnahme finden in Deutschland statt.. In Herne wurde dafür eigens eine neue Manufaktur aufgebaut. 2020 fuhr dort das erste Fahrzeug der aus der Halle, der Tropos ABLE. Derzeit ist Tropos dabei, ein bundesweites Händlernetz aufzubauen. Rund 30 sind es aktuell, 40 sollen es bis Jahresende, 60-70 bis Ende 2023 sein. Schrick: „Wir suchen Händler mit dem gewissen E-Spirit als Eckpfeiler und Multiplikatoren.“

Aber was können die Tropos-Transporter? „Sie sind klein, wendig, extrem flexibel, haben eine große Reichweite und eine der größten Ladeflächen in diesem Segment“, zählt Schrick die Vorteile auf. Tatsächlich, Platz für zwei Europlatten plus einer Transportbox auf der Pritsche, Koffer mit 3,5 oder 4,5 qm3 Ladevolumen und eine Nutzlast bis 700 kg können sich sehen lassen. Zudem ist das Auto schmal gebaut und mit einem Wenderadius von nur 3,96 Meter ideal auch für den Einsatz z.B. in der Logistik innerhalb großer Fertigungshallen.

Ein besonderer Clou ist das bei Tropos Easy-Swap genannte System, mit dem ein Aufbau schnell gewechselt werden kann. „Zwei kräftige Menschen und ein Schraubenschlüssel reichen, um in 15 Minuten aus der Tropos-Pritsche z. B. einen Transporter mit Koffer zu machen. Ein echtes Alleinstellungsmerkmal“ erklärt Markus Schrick.

Angetrieben werden die Tropos Able-Modelle von einem 10 kW Elektromotor, der an der Ampel schonmal den ein oder anderen Autofahrer verdutzt stehen lässt. Der ABLE ST speichert seine Energie in einer AGM-Batterie, erreicht eine Maximalgeschwindigkeit von 40 km/h und hat eine Reichweite von 80 Kilometern. Die Tropos ABLE XT sind mit Lithium-Ionen-Batterie ausgestattet. Die ist in zwei Varianten erhältlich. Damit sind eine Höchstgeschwindigkeit von 61 km/h und Reichweiten bis zu 260 Kilometer möglich. Geladen wird derzeit noch mittels einer Haushaltssteckdose mit einer Ladezeit je nach Modell von sieben bis zehn Stunden. „Ein Schnelladesystem und weitere attraktive Aufbauten befinden sich in der Entwicklung“, wirft Schrick einen Blick in die Zukunft. Denn das mit dem exotisch soll sich demnächst erledigt haben. Schrick: „Wir sind gekommen, um zu bleiben.“

© Auto Bild Nutzfahrzeuge

„SPEZIALISTEN FÜR DIE LETZTE MEILE“

In Herne werden seit einem Jahr Elektro-Transporter von Tropos Motors gebaut. Über den Start in der Pandemie spricht Geschäftsführer Markus Schrick.

Seit einem Jahr ist Herne wieder Autostadt, Tropos Motos Europe stellt in seinem Werk Am Heitkampsfeld in Wanne-Eickel den Elektro-Transporter Tropos Able her. Die WAZ sprach mit Tropos-Motors-Geschäftsführer Markus Schrick über das erste Jahr Autoproduktion in Herne.

Vor einem Jahr haben Sie das erste Tropos-Fahrzeug, das in Herne gebaut wurde, ausgeliefert. Welche Bilanz ziehen Sie: Wie läuft die Elektrotransporter-Produktion in Herne?

Die Bilanz ist sehr gut. Wir haben langsam angefangen, im September haben wir dann die Produktion hochgefahren und sind intensiv in die Vermarktung eingestiegen. Wir haben in Herne einen sehr guten, hoch flexiblen Produktionsprozess, was in diesen Zeiten sehr wichtig ist: Mal gibt es jede Menge Kundenaufträge in kurzer Zeit, mal Corona-bedingt weniger. Ebenso funktioniert der Entwicklungsprozess gut.

Sie sprechen Corona an: Im ersten Jahr wollten Sie 2500 bis 3000 Fahrzeuge produzieren. Dann kam die Pandemie.

Diese Zahl an Fahrzeugen wollen wir in durchschnittlichen Jahren verkaufen. 2020 war aber kein durchschnittliches Jahr, deshalb haben wir nur 200 Fahrzeuge verkauft. Geschäfte waren geschlossen, Kunden hatten Investitionsstopp, da haben viele Unternehmen weniger verkauft, auch wir. 2021 wird ebenfalls kein durchschnittliches Jahr, wir rechnen damit, dass wir zwischen 600 und 800 Fahrzeuge auf die Straße bringen. Pandemiebedingt ist das für eine neue Marke und in einem noch relativ neuen Segment gut. Und: Wir verkaufen in jedem Monat mehr Fahrzeuge als im Monat davor. Mit dem ersten durchschnittlichen Jahr rechnen wir 2022.

Gebaut wird in Herne der Tropos Able, ein Elektro-Transporter in zwei Varianten. Was macht ihn aus?

Er ist sehr schmal, nicht besonders lang, ist mit einem Wenderadius von 3,95 Metern sehr wendig und er hat eine sehr große Ladefläche, auf die 2 Europaletten und eine Gerätebox passen. Kunden können ihn mit bis zu 4,5 Kubik beladen, soviel wie kaum ein konventioneller Kastenwagen. Wir haben sehr viel Wert auf den Nutzen gelegt. Eine Besonderheit ist dabei unser Easy-Swap-System bei den Aufbauten: Drei Erwachsene können sie innerhalb von 15 Minuten ohne große technische Hilfe per Hand austauschen, dafür braucht man nur einen Schraubenschlüssel. Das gibt’s bei anderen Anbietern nicht. Und: Die Betriebskosten für 100 Kilometer liegen deutlich unter vier Euro. Das alles zusammengenommen: Wir haben ein sehr gutes Angebot für die Kunden.

Wie kommen die Fahrzeuge Made in Herne an?

Gut, und auch die Reputation der Marke Tropos ist gut. Die Eckpfeiler im deutschen Markt sind für Tropos die Händler. Da haben wir jetzt bereits fast 35, sind also auf einem guten Weg. Wir haben aber auch schon einige Großkunden auf unserer Liste, die Fahrzeuge von uns gekauft haben. Die Wisag und Beiersdorf gehören dazu, außerdem sind wir mit großen Lebensmittelketten und Lieferdiensten im Gespräch. Auch die ersten europäischen Länder erschließen wir, darunter Belgien, die Niederlande und Spanien, und in Frankreich haben wir bereits einen Importeur.

Sie sprechen Lebensmittelketten und Lieferdienste an. Hat Corona Tropos auch einen Schub verschafft?

Im diesem Bereich ja, weil Lebensmittelketten und Lieferdienste von Corona profitieren. Menschen bestellen zu Hause, und das Ganze muss nach Hause gebracht werden. Und wir sind nun mal Spezialisten auch für die letzte Meile. Apropos Corona: Wir sind im gesamten Unternehmen Tropos über all diese Zeit Corona-frei geblieben.

Wie bewerten Sie den Standort Herne?

Sehr positiv. In Herne und im Ruhrgebiet sind wir in einem echten Innovationsgebiet. Die Mitarbeiter haben eine exzellente Qualität, und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Man muss kein Geheimnis draus machen: In unserer Zentrale in Kirchheim müssten wir beim Lohn ein paar Prozent mehr drauflegen, weil Mercedes und Porsche gleich um die Ecke sind. Auch sind wir in Herne in der Nähe von Hochschulen, mit denen wir bei der Entwicklung und bei Tests zusammenarbeiten. Nicht zuletzt ist die Location in Herne super. Wir haben eine Halle für die Fertigung und daneben zwei weitere Hallen sowie Außenflächen für die Lagerung mit Platz für eine weitere Entwicklung. Das Witzige ist: Um die Halle herum haben wir alle Oberflächen von glattem Asphalt bis zu Rumpelstrecken durch Kopfsteinpflaster und Löchern im Boden vorgefunden: Das ist eine exzellente Teststrecke für unsere Fahrzeuge.

Planen Sie neue Modelle?

Wir haben das Fahrzeug gerade diesen Monat aufgewertet. So haben wir unsere Databox, die als Schnittstelle zu Fuhrparkmanagementsystemen alle Daten des Fahrzeugs überträgt, serienmäßig integriert. Ein Fuhrpark-Manager kann damit beispielsweise Position, Reichweite, Status der Batterie und Zeitplan des Fahrzeugs überprüfen. Außerdem haben wir neue Außenspiegel und ein intelligentes Ladekabel eingeführt. Und wie sich das für einen Automobilhersteller gehört, arbeiten wir auch schon an einem neuen Produkt. Dazu möchten wir aber noch nichts sagen.

Denken Sie schon an einen Ausbau der Produktion?

Wir haben uns mit dem Gedanken bereits befasst. Wenn wir einmal in eine Phase gehen, in der wir 4000 bis 5000 Fahrzeuge bauen, dann schauen wir, ob wir Schichten hinzufügen oder ob wir einen zusätzlichen Standort aufbauen.

© Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Michael Muscheid

Urban Distribution vs. Luftfracht

Die vierte Etappe der ID.3-Deutschland-Tour startet mit einem Déjà-vu in Bochum und endete mit Ehrfurcht in Eisenach. Ladepause gab es auch wieder: interessante, langweilige und teure.

Geht es nach Herbert Grönemeyer, ist Bochum die Perle des Ruhrgebiets. Geht es nach Tropos, wird Herne der Nabel der urbanen E-Distribution. Das vom Automobillogistik-Experten Mosolf gegründete Startup liefert mit dem "Able" einen schmalen und wendigen Elektro-Kleintransporter, der einem Wettbewerber wie aus dem Gesicht geschnitten sieht. Dabei bewahrheitet sich wieder mal, dass es noch lange nicht dasselbe ist, wenn zwei das Gleiche tun.

Auch im Falle des Able kommen die Grundkomponenten aus dem Reich der Mitte. Doch in der piekfeinen Produktionshalle werden eben lediglich die Grundkomponenten verwendet. Sobald es ins Detail geht, etwa bei Elektronik, Verschraubungen oder gar den Aufbauten, kommen deutsche oder europäische Hersteller zum Zug. Schick steht er nun auf schwarz lackierten Alurädern. Pritsche oder wahlweise Kofferaufbau wirken wie aus dem Vollen gefräst. Dafür muss der Kunde ein wenig mehr berappen, als für das Wettbewerbsprodukt von der anderen Seite der Perle (siehe Autoflotte 4/2021).

© Autoflotte, Gerhard Grünig

"Die Eckpfeiler von Tropos Motors sind die Händler"

Die Nutzfahrzeugmarke Tropos hat in den letzten Monaten die eine oder andere Schlagzeile produziert. Mit Markus Schrick leitet sie ein versierter Auto-Manager. Was in der Marke steckt und welche Ziele er mit ihr im deutschen Handel verfolgt, erläutert er im Interview mit "kfz-betrieb".

Redaktion: Herr Schrick, Sie sind seit einem knappen Jahr bei Tropos Motors Europe. Haben Sie, nach der Arbeit für die traditionsreichen Automarken Toyota und Hyundai, nun Start-up-Gefühle?
Markus Schrick: „Start-up-Gefühle“, den Begriff finde ich gut. In der Tat, mit den Elektrotransportern von Tropos Motors sprechen wir im Vergleich zu meinen vorherigen Stationen doch über eine ganz andere und neue Dimension von Fahrzeugen, die sich am Markt etablieren wird. Die L7E-CU Klasse, zu der unser Tropos ABLE gehört, kann heute ganz erheblich zur klimafreundlichen Citylogistik beitragen und den Verkehr und Verkehrsfluss in den Innenstädten positiv verändern.

Sie sind verantwortlich für Vertrieb und Marketing weltweit: Bauen Sie auch ein Händlernetz auf?
Die Eckpfeiler von Tropos Motors sind die Händler. Sie sind die Multiplikatoren in der Ansprache der Kunden und der Realisierung der Verkäufe. In den Medien sind ja bereits einige Partner wie die AVAG oder die Hahn Gruppe genannt worden. Wir haben bereits große, mittlere und kleine Händler im Vertriebsnetz, in erster Linie reine Automobilhändler, darunter die AVAG oder die Hahn-Gruppe. Es geht in der Partnerwahl aber nicht um schiere Größe, sondern um die Qualität, die Erfahrung und den E-Spirit, den die Händler haben sollen. Zu unserem Netz gehören auch Landmaschinen- und reine Elektrofahrzeughändler oder Mobilitätsbetriebe wie Schmauder & Rau.

Und wie sieht es mit dem Trendthema Direktvertrieb aus?
Parallel arbeiten wir auch im Direktvertrieb, jedoch nur mit sehr großen Kunden oder auf speziellen Kundenwunsch. Unser Ziel ist, Kundenanfragen und das Verkaufsgeschäft über den Handel zu betreiben. Übrigens: Tropos Motors Europe verantwortet den weltweiten Vertrieb außer in den USA, China und Israel. Ansonsten besitzen wir die weltweiten Vertriebsrechte.

Wie viele Händler sollen es in Deutschland und gegebenenfalls in anderen europäischen Ländern werden?
In Deutschland liegt in der ersten Phase der Fokus, es ist ja unser Heimatmarkt. Das Ziel ist, im ersten Schritt rund 40 Händlerstandorte aufzubauen und später auf etwa 60 zu erhöhen. In Europa werden wir teilweise mit Importeuren, aber auch mit größeren Handelsgruppen arbeiten, die mit uns die Märkte erschließen. In Frankreich und Benelux sind wir schon auf einem guten Weg. Jetzt folgt Spanien.  

Wartung und Reparatur der Tropos-Modelle übernehmen auch die Vertriebspartner?
Ja, die Händler werden alle Servicepartner sein, um Wartung und Reparatur durchführen zu können. Die Teileversorgung erfolgt über Herne, dort befindet sich unser zentrales Ersatzteillager. Die gängigen Teile sind innerhalb von 24 Stunden verfügbar. Zusätzlich haben wir in Europa 38 Standorte unserer Muttergesellschaft, der MOSOLF Gruppe, zur Verfügung, die alle über ausgewiesene Service-Expertise für Tropos verfügen.

Welche Zielgruppen gehen Sie konkret an?
Städte und Kommunen, Industrie und Intralogistik, Garten- und Landschaftsbau, Liefer- und Paketdienste, technisches Handwerk und Gebäudemanagement, Lebensmittelhandel, Gastgewerbe und Tourismus, Zoos, Freizeitparks und Sportstätten - die Zielgruppe ist sehr groß. Aufgrund seiner USPs eignet sich der Tropos ABLE nahezu für alle Bereiche im urbanen Umfeld und auf geschlossenen Arealen sowie für den Transport in Hallen. Aber auch auf dem Land ist der Tropos dank seiner elektrischen Reichweite von bis zu 260 km eine echte Alternative.

Die USPs - welche sehen Sie für den Tropos ABLE?
Ins Auge sticht schon mal die kompakte Breite von nur 1,40 Meter. Ideal, um überall dorthin mit Ladung oder Gerätschaft zu kommen, wo andere nicht hinkommen. Und schmal genug, um im engen Stadtverkehr kein Verkehrshindernis mehr zu sein, was Lieferdiensten enorm zugutekommt, wie unser Pilotprojekt mit Liefery eindrucksvoll gezeigt hat. Mit 2,21 Meter Länge hat der Able die größte Ladefläche der Klasse, mit Platz für zwei Europaletten und eine große Gerätebox. Und der Kofferaufbau fasst bis zu 4,5 m³ Volumen. Die Aufbauten können dazu zwei Erwachsenen ohne technische Hilfsmittel per Easy-Swap System in 15 Minuten wechseln.

Zurück zur Nutzfahrzeugzielgruppe: Was ist anders als im Pkw-Markt?
Sie ist in vielfacher Sicht anders. Nutzfahrzeugkunden geht es um das Verhältnis von Betriebskosten zu Nutzen und um das richtige Fahrzeug für bestimmte Anwendungen. Heute ist es doch so, dass es eine Vielfalt von Transportmöglichkeiten gibt, angefangen beim Lastenrad. und nicht mehr die Starre Verteilung „Transporter“ und „Lkw“. Der Kunde kann aus einer sehr großen Auswahl an Fahrzeuggrößen das für ihn optimale Paket wählen und zahlt nur das, was er braucht. Kompromisse sind nicht mehr notwendig.

Wie sehr unterscheidet sich Ihre bisherige stark Pkw-lastige Tätigkeit von den jetzigen Aufgaben, nicht zuletzt hinsichtlich der Zielgruppen?
Als ich bei Hyundai angefangen habe, war meine Zielsetzung, die Marke eines großen Automobilherstellers von einem ‚no name‘ zu einem ernst zu nehmenden Wettbewerber in Deutschland zu entwickeln und eine Benchmark zu setzen. Von daher unterscheidet sich meine Tätigkeit nur darin, dass wir den Weg noch vor uns haben. Unser Anspruch an unsere E-Fahrzeuge ist: mit der Fertigung in Herne einen kompakten Elektrotransporter und eine Marke „Made in Germany“ anbieten zu können, die weltweit funktioniert und erfolgreich vermarktet werden kann.

Welche Chancen hat ein unbekanntes Fabrikat wie Tropos im Nutzfahrzeugsektor überhaupt?
Der Markt ist vollkommen in Bewegung. Das sieht man an den vielen neuen Playern am Markt, nicht nur in N1, sondern auch im L7E Segment, das deutlich mehr Gewicht bekommt und leistungsmäßig deutlich näher an N1 heranrückt.

Und dann gibt es ja auch noch die E-Förderung ...
Leider nein, das L7E-Segment wird bislang als nicht förderungswürdig angesehen. Während Lastenräder und N1-Klassen gefördert werden, gilt das für L7E auf Bundesebene nicht. Aus unserer Sicht vollkommen ungerechtfertigt und wettbewerbsverzerrend. Mit dem Bundesverband eMobilität sind wir hier im Dialog, um auf diese Ungerechtigkeit hinzuweisen, damit die L7E-CU Fahrzeuge in die Bafa-Förderung aufgenommen werden.

Tropos produziert in Herne, die Ursprünge liegen aber in Kalifornien. Ist es jetzt ein deutsches oder ein amerikanisches Unternehmen?
Tropos Motors Europe ist ein deutsches Unternehmen und eine 100%-ige Tochter der MOSOLF SE & Co. KG. Mit Tropos Technologies Inc. vertreiben wir gemeinsam unter der Marke Tropos Motors weltweit die Tropos ABLE Elektrotransporter. Tropos Technologies ist der Markeninhaber der Fahrzeuge und liefert die SKD-Sets nach Herne. Tropos Motors Europe entwickelt die Fahrzeuge für den deutschen und europäischen Markt weiter und fertigt die Elektrotransporter unter strengen Qualitätsanforderungen in Deutschland. Auch die Qualitätsendabnahme findet in Herne statt.

Die Produktionskapazität in Herne liegt bei 3.000 Einheiten. Wann wird die Fabrik ausgelastet sein?
Das hängt nicht nur vom Ende der Pandemie, sondern auch von den wirtschaftlichen Folgen ab. Die Bekämpfung des Virus ist das eine, die Investitionsbereitschaft der Wirtschaft danach eine andere. Wir haben immer gesagt, in einem durchschnittlichen Jahr möchten wir 3.000 Fahrzeuge absetzen. Hoffentlich ist 2022 das nächste durchschnittliche Jahr, wir hoffen natürlich auf eine schnelle Erholung, wie viele andere auch.

Hat die Corona-Pandemie Ihre Pläne für Tropos durcheinandergewirbelt oder ist Ihr spezielles Produkt da eher resistent?
Die massiven Kontaktbeschränkungen sind gerade für ein neues Produkt nicht optimal und erschweren den Vertrieb. Das Interesse an unseren Elektrotransportern ist aber ungebrochen, was uns optimistisch stimmt.

Wie passt Tropos eigentlich zum Mutterkonzern Mosolf, der ja bisher ein Logistiker und Dienstleister ist und kein Fahrzeughersteller …
Sie haben Recht, MOSOLF ist kein Fahrzeughersteller. Aber MOSOLF ist auch mehr als nur ein Automobillogistiker. Nicht so bekannt ist, aber schon seit über 30 Jahren im Sonderfahrzeugbau für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) aktiv ist. Ein Drittel aller Polizeifahrzeuge auf Deutschlands Straßen ist von MOSOLF gebaut oder umgebaut. Auch das Retrofitting von Verbrennerfahrzeugen auf Elektroantrieb und diverse Servicedienstleistungen rund um das Automobil gehören zum Portfolio. Auf Basis dieses Wissens hat sich MOSOLF dazu entschlossen, das Portfolio zu erweitern und den Schritt zum Hersteller für kompakte elektrische Nutzfahrzeuge zu machen.

© kfz-betrieb, Andreas Grimm

„Alternative Antriebe finde ich immer interessant“

Felix Stock hat in seiner Firma Eismann Haustechnik den Praxistest gemacht: „Der Tropos ABLE geht gut ab, stößt aber für unsere Einsatzgebiete an Grenzen.“

Ist der Tropos ABLE ein E-Fahrzeug für das Handwerk? Diese Frage hatte Kay Lutz Pakula, Beauftragter für Innovation und Technologie der Handwerkskammer Oldenburg, im vergangenen Jahr an die Betriebe weitergegeben. Der kompakte elektrische Transporter wird in der Region von der Wilhelmshavener Niederlassung der MOSOLF Logistics & Services GmbH vertrieben. Leiterin Inke Onnen-Lübben hat diverse Einsatzgebiete für den seit einem Jahr in Serienproduktion befindlichen Transporter im Blick: „Das emissionsfreie Fahrzeug ist für Kommunen, große Logistiklager, Post und Lieferdienste, Gebäudemanagement, Tourismus und vieles mehr interessant. Dazu gehört auch das Handwerk, wobei die SHK-Branche sicherlich ein besonders zu betrachtender Härtetest war.“

© Handwerkskammer Oldenburg

Zu Vielem fähig – der kompakte Tropos ABLE aus Herne

Able, also fähig, so die Assoziation zum Namen. Fähig, in die kleinsten Gassen zu kommen, auf engsten Radien zu wenden, bis zu 700 kg Nutzlast zu transportieren und dabei bis zu 260 Kilometer weit zu kommen. Das sind die Key-Facts dieses elektrischen Nutzfahrzeugs der Klasse L7e-CU.

© Touremo, Werner Köstle

Liefery nutzt Tropos-Transporter: Emissionslose Zustellung mit E-Transportern

Nach eigenen Angaben ist Liefery bereits bundesweit für den britischen Online-Modeversandhändler Asos für die Same Day- und Next Day- Zustellungen im Einsatz. Seit März übernimmt zudem im Großraum Berlin im Rahmen eines Pilotprojekts Zeitfensterzustellungen, die emissionsfrei zugestellt werden. Dafür nutzt Liefery den E-Transporter Tropos, Typ Able, die mit einem Asos-Design versehen wurden.

„Als Premium-Partner von Liefery in deutschen Metropolregionen sind wir stolz, Teil dieses Projektes zu sein. Die gebrandeten E-Fahrzeuge sorgen nicht nur für ein Highlight bei unseren Kunden, sondern stellen die Lieferungen auch noch vollkommen emissionsfrei zu“, sagt Toni Schindel, Head of Delivery Solutions EU bei Asos.

© Eurotransport, Ilona Jüngst

DVZ Podcast: Der vielseitige Elektrotransporter für die Intralogistik

Er ist noch kleiner als ein Golf, sehr leise und seit neuestem auch für die Bekämpfung des Coronavirus gerüstet: Der Tropos Able, ein kleiner Elektrotransporter von „Tropos Motors Europe“, einem Start-up der Mosolf Gruppe, ist ein echter Alleskönner. Was die kleinen E-Transporter alles draufhaben und welche Anwendungsgebiete sie in der Logistik finden können, hat DVZ-Redakteurin Carla Westerheide bereits im März mit dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden (COO) Gregory Hancke von Mosolf im DVZ Podcast erörtert.

© DVZ Deutsche Verkehrs-Zeitung

Unter vier Euro auf 100 Kilometern

Der Tropos ist ein wendiges, kompaktes und durchdachtes L7E-Elektro-Transportfahrzeug, das auf 3,70 Metern Länge und 1,40 Metern Breite zwei Europaletten transportiert, die mit rund 550 Kilogramm beladen sein dürfen.

© Autoflotte

Liefery: Zustellung mit Tropos Able

Bei der Belieferung in Berlin testet man E-Fahrzeuge von Tropos. Schmal, kompakt und elektrisch sollen die Vans Lärm- und Schadstoffe reduzieren. CEO Fischer äußert Bedauern über StreetScooter-Aus.

Der Same-Day-Lieferspezialist Liefery hat erste Modell des neuen vollelektrisch angetriebenen Leichttransporters Tropos Able in die Praxiserprobung auf Zustelltouren in Berlin genommen. Die jüngst in Produktion gestartete Mosolf-Tochter Tropos Motors beschreibt ihre Modelle des Typs Able als Zwischenstück zwischen Lastenrad und Transporter. Weil sie den „gestiegenen Anforderungen an die Logistikbranche“ entgegenkommen, entschied sich Nils Fischer, Mitgründer und CEO von Liefery, für die in Herne produzierten E-Fahrzeuge.

„Das innerstädtisch stark gestiegene Verkehrsaufkommen stellt alle Lieferdienste vor große Herausforderungen. Starke Luftbelastungen und wenige Park- und Halteflächen sowie viele, oftmals große private Pkw in den Innenstädten machen Fahrzeuge wie den Tropos Able zu einer interessanten Alternative zum traditionellen Diesel-Transporter", meint Fischer.

Mit dem Einsatz von E-Fahrzeugen in Berlin wolle man dem Ziel, eine umweltfreundliche und ressourcensparende Lieferung zu gewährleisten, weiter vorantreiben, so der CEO der Otto-Group-Tochter. Der nur 1,40 Meter breite Tropos Elektrotransporter fährt laut Hersteller bis zu 260 Kilometer weit komplett emissionsfrei. Zudem eignet sich der Able durch seinen kurzen Radstand und kleinen Wendekreis für die Beladung an dezentralen Umschlagsplätzen („Micro Hubs“) im innerstädtischen Bereich.

„Mit den E-Fahrzeugen von Tropos Motors haben wir das passende Puzzlestück für unsere Flotte gefunden. Der Bereich der ‚Letzen Meile‘ ist ein Konzept, das viel aufgeschlossener den aktuellen Fortschritten der Entwicklungen in der Mobilitätsindustrie gehen kann. Mit dem Able sehen wir uns für die Zukunft sehr gut aufgestellt, glaubt Fischer.

Man beobachte die die Entwicklungen gerade rund um E-Mobilität und den Einsatz in der Branche sehr genau. Fischer äußerte sein Bedauern, dass "ein großes Logistikunternehmen wie DHL sein strategisches Investment in StreetScooter aufgibt". Denn man sehe ebenso wie Tropos Motors hier ein großes Potential, das noch nicht ausgeschöpft sei. Eine Win-Win-Situation sieht Markus Schrick, Geschäftsführer Tropos Motors Europe.

„Wir freuen uns auf die Ergebnisse dieses Pilotprojekts – und darauf, den Lieferverkehr in Deutschland gemeinsam mit Liefery nachhaltiger und effizienter gestalten zu können", kommentierte Schrick.

© Logistra, www.logistra.de
Bild: Liefery

Zwei neue Elektro-Transporter gehen in Kleinserie

Während die Post zum Jahresende die Produktion des Streetscooters einstellen will, steigen andere Akteure in den Bau von Elektro-Transportern gerade ein. Seit Ende März wird in Herne der Tropos Able montiert, im zweiten Quartal sollte im niederbayerischen Bayerbach das a-Car in die Serie starten. Das musste aber aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden.

Im Ruhrgebiet hat sich die Rückkehr der Fahrzeugproduktion nach dem Aus für Opel in Bochum ganz im Stillen vollzogen. Aufgrund der Corona-Krise konnte der europäische Ableger des kalifornischen Unternehmens Tropos Motors den Produktionsstart in Herne zwar nicht wie geplant feiern. Trotzdem haben zunächst 15 Beschäftigte mit dem Bau des Minitransporters begonnen. Künftig könnten auf dem ehemaligen Ge­lände des Bauunternehmens Heitkamp pro Jahr bis zu 3.000 kompakte Nutzfahrzeuge der Kategorie L7E-CU gebaut werden. Dafür sollen am Standort rund 50 Arbeitsplätze entstehen, plant Tropos Motors Europe (TME). TME ist ein Tochterunternehmen der Autospedition Mosolf aus Kirchheim unter Teck, die für den Bau der E-Transporter mit Tropos Technologies in den USA kooperiert

Tropos Able: Kompaktes Nutzfahrzeug mit 700 Kilogramm Nutzlast

Der Tropos Able ist nur 3,7 Meter lang, 1,4 Meter breit, die Kabine bietet Platz für zwei Personen und die Nutzlast beträgt bis zu 700 Kilogramm. Mit einem Wendekreis von knapp vier Metern kann der Kompaktlaster auf engstem Raum rangiert werden. Wie der Hersteller mitteilt, lässt sich dank des geschützten Easy-Swap-Systems der Aufbau in kurzer Zeit von einer Pritsche in einen Koffer verwandeln.

Für den Antrieb stehen zwei Versionen zur Auswahl. Das spartanische Basismodell Tropos Able ST mit Bleibatterie leistet 13 PS und fährt nicht schneller als 40 km/h bei einer Reichweite von 80 Kilometern. Der Tropos Able XT kommt dank der höherwertigeren Lithium-­Ionen-Akkus bei gleicher Motorisierung auf eine Höchstgeschwindigkeit von 61 km/h. Die Batterie wird in zwei Leistungsstufen angeboten (13 und 26 kWh).

© Deutsche Handwerks Zeitung, www.deutsche-handwerks-zeitung.de